DR. INFO und OpenEvidence im direkten Vergleich
Verfügbar in der Schweiz
DR. INFO Ja, im Browser und als iPhone-App
OpenEvidence Nicht bestätigt: die Schweiz ist im Ausschluss nicht genannt, die Registrierung verlangt eine US-NPI oder eine andere anerkannte Berufsnummer
Antwortet auf Deutsch, Französisch und Italienisch
DR. INFO Ja, in der Sprache der Frage; Oberfläche auf Deutsch
OpenEvidence Nein, nur Englisch
So entsteht die Antwort
DR. INFO Fliesstext aus pro Frage abgerufenen Leitlinien und Literatur, jede Aussage belegt
OpenEvidence Fliesstext mit Quellenangaben, US-orientierte Quellen
Datenhosting
DR. INFO Europäische Union; die Schweiz anerkennt die EU-Staaten als Länder mit angemessenem Datenschutz
OpenEvidence Vereinigte Staaten
Leitlinienquellen
DR. INFO Europäische und nationale Leitlinien, pro Frage abgerufen, darunter die deutschsprachigen S3-Leitlinien mit Schweizer Beteiligung
OpenEvidence US-zentriert
Arzneimittelinformationen
DR. INFO FDA- und EMA-zugelassene Quellen, EMA-Fachinformation (SmPC); compendium.ch bleibt die Schweizer Referenz
OpenEvidence US-Quellen
Dokumentation
DR. INFO Scribe mit SOAP-Notizen und Arztbrief-Entwürfen im selben Produkt
OpenEvidence Keine
Regulatorischer Status
DR. INFO CE-zertifiziertes Medizinprodukt nach EU-MDR 2017/745
OpenEvidence Nicht CE-zertifiziert
HealthBench Hard (dieselben 100 Beispiele)
DR. INFO 0,72
OpenEvidence 0,49
Kosten
DR. INFO Kostenlose Stufe, Bezahlpläne
OpenEvidence Kostenlos für verifizierte Ärztinnen und Ärzte in den USA
| DR. INFO | OpenEvidence | |
|---|---|---|
| Verfügbar in der Schweiz | Ja, im Browser und als iPhone-App | Nicht bestätigt: die Schweiz ist im Ausschluss nicht genannt, die Registrierung verlangt eine US-NPI oder eine andere anerkannte Berufsnummer |
| Antwortet auf Deutsch, Französisch und Italienisch | Ja, in der Sprache der Frage; Oberfläche auf Deutsch | Nein, nur Englisch |
| So entsteht die Antwort | Fliesstext aus pro Frage abgerufenen Leitlinien und Literatur, jede Aussage belegt | Fliesstext mit Quellenangaben, US-orientierte Quellen |
| Datenhosting | Europäische Union; die Schweiz anerkennt die EU-Staaten als Länder mit angemessenem Datenschutz | Vereinigte Staaten |
| Leitlinienquellen | Europäische und nationale Leitlinien, pro Frage abgerufen, darunter die deutschsprachigen S3-Leitlinien mit Schweizer Beteiligung | US-zentriert |
| Arzneimittelinformationen | FDA- und EMA-zugelassene Quellen, EMA-Fachinformation (SmPC); compendium.ch bleibt die Schweizer Referenz | US-Quellen |
| Dokumentation | Scribe mit SOAP-Notizen und Arztbrief-Entwürfen im selben Produkt | Keine |
| Regulatorischer Status | CE-zertifiziertes Medizinprodukt nach EU-MDR 2017/745 | Nicht CE-zertifiziert |
| HealthBench Hard (dieselben 100 Beispiele) | 0,72 | 0,49 |
| Kosten | Kostenlose Stufe, Bezahlpläne | Kostenlos für verifizierte Ärztinnen und Ärzte in den USA |
DR. INFO im Vergleich mit OpenEvidence
Rubrikbasierte Bewertung schwieriger, offener klinischer Gespräche aus demselben Durchlauf mit 100 Beispielen. Höher ist besser.
Quelle: Ravichandran S, et al. OpenAI’s HealthBench in Action. arXiv:2509.02594.
Häufige Fragen
- Ist OpenEvidence 2026 in der Schweiz verfügbar?
- Offiziell nicht ausgeschlossen, praktisch nicht bestätigt. OpenEvidence hat den Zugang aus der EU und dem Vereinigten Königreich am 28. April 2026 beendet, und seine Nutzungsbedingungen nennen seit September 2026 die EU, das Vereinigte Königreich und den EWR als ausgeschlossene Regionen; die Schweiz steht nicht auf dieser Liste [3]. Die Registrierung verlangt aber eine US-NPI-Nummer oder eine andere anerkannte Berufsnummer, und ob eine Schweizer GLN akzeptiert wird, hat OpenEvidence nicht bestätigt. Wer es versucht, sollte nur eigene, korrekte Angaben machen.
- Gilt die Europa-Sperre von OpenEvidence auch für die Schweiz?
- Formal nicht. Die Sperre vom 28. April 2026 betraf die EU und das Vereinigte Königreich, später kam der EWR mit Norwegen, Island und Liechtenstein dazu. Die Schweiz gehört zu keiner dieser Gruppen und wird in der Ausschlussliste nicht genannt. Ob der Dienst aus Schweizer Netzen tatsächlich antwortet und ob eine Registrierung ohne US-Berufsnummer gelingt, ist eine andere Frage, und dazu gibt es keine Zusage des Unternehmens.
- Kann ich mich als Ärztin oder Arzt in der Schweiz bei OpenEvidence registrieren?
- OpenEvidence verlangt bei der Registrierung eine NPI-Nummer, die US-Berufskennung, oder eine andere anwendbare Berufsnummer, und behält sich die Prüfung vor; eine Zusage, dass Schweizer Angaben akzeptiert werden, gibt es nicht [3]. Verwenden Sie in jedem Fall nur Ihre eigenen Angaben. DR. INFO verlangt keine US-Nummer und steht Ärztinnen, Ärzten und Medizinstudierenden in der Schweiz direkt offen.
- Gibt es OpenEvidence auf Deutsch, Französisch oder Italienisch?
- Nein. OpenEvidence antwortet nur auf Englisch, hat keine Oberfläche in einer Schweizer Landessprache und stützt sich auf US-Quellen. DR. INFO antwortet in der Sprache, in der Sie fragen, also auf Deutsch, Französisch oder Italienisch, und das Produkt selbst ist auf Deutsch verfügbar.
- Warum hat sich OpenEvidence aus Europa zurückgezogen?
- OpenEvidence hat sich aus der EU und dem Vereinigten Königreich gemeinsam zurückgezogen und dabei Unsicherheit über die europäische KI-Regulierung genannt, einschliesslich des EU AI Act. Kommentare in der Fachpresse behandeln den Schritt als Ausdruck der regulatorischen Kluft zwischen US-Gesundheits-KI und europäischen Vorgaben [8]. Die Schweiz hat eine eigene KI-Regulierung erst in Arbeit, war aber von der Entscheidung nicht direkt betroffen.
- Was nutzen Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz stattdessen?
- Zwei Arten von Werkzeugen. Die Schweizer Referenzquellen: compendium.ch mit den von Swissmedic genehmigten Fachinformationen [5][9] und die Leitlinien der Fachgesellschaften, oft die deutschsprachigen S3-Leitlinien mit Schweizer Beteiligung [10], dazu UpToDate, wo das Spital eine Lizenz hat. Und DR. INFO, eine europäische klinische KI, die eine klinische Frage mit Quellenangaben beantwortet, die sich öffnen lassen, Daten in der EU hostet und einen Scribe sowie Arztbrief-Entwürfe mitbringt.
- Ist DR. INFO die beste OpenEvidence-Alternative für die Schweiz?
- Für alle, denen OpenEvidence eine belegte, ausformulierte Antwort auf eine klinische Frage war oder gewesen wäre, ist DR. INFO die nächste Entsprechung, die sich aus der Schweiz ohne US-Berufsnummer nutzen lässt: Es ruft pro Frage Leitlinien und Literatur ab, belegt jede Aussage, hostet Daten in der EU, antwortet in den Landessprachen und erreichte auf HealthBench Hard 0,72 gegenüber 0,49 für OpenEvidence.
- Wie belegt DR. INFO seine Antworten?
- Jede Antwort entsteht aus Dokumenten, die für genau diese Frage abgerufen wurden, und jede Aussage trägt eine Quellenangabe, die das Original öffnet: eine Leitlinie, eine peer-reviewte Studie oder ein FDA- oder EMA-Arzneimitteldokument. So lässt sich die Antwort prüfen, wie es die Zusammenfassung eines Kollegen nicht erlaubt. In einer prospektiven Pilotstudie, 2026 in Cureus veröffentlicht, bewerteten Ärztinnen und Ärzte, die DR. INFO am Point of Care nutzten, genau diese Nachvollziehbarkeit als Teil des Nutzens [11].
- Deckt DR. INFO Schweizer Leitlinien ab?
- Die Schweiz hat kein zentrales Leitlinienregister. Viele Empfehlungen, nach denen in Schweizer Spitälern und Praxen behandelt wird, sind die deutschsprachigen S3-Leitlinien, an denen Schweizer Fachgesellschaften mitschreiben, und die europäischen Leitlinien von ESC, ESMO oder KDIGO. DR. INFO ruft diese Quellen pro Frage ab; mit der Ländereinstellung Schweiz werden nationale Empfehlungen bevorzugt. Die Abdeckung ist breit, aber für keine Fachgesellschaft vollständig; das Quelldokument ist in jeder Antwort verlinkt, und massgeblich bleibt die jeweils aktuelle Fassung.
- Darf ich DR. INFO nach Schweizer Datenschutzrecht nutzen?
- DR. INFO wird in der Europäischen Union gehostet. Das revidierte Datenschutzgesetz, in Kraft seit dem 1. September 2023, erlaubt die Bekanntgabe von Personendaten in Staaten mit angemessenem Schutzniveau ohne zusätzliche Garantien, und die EU-Staaten stehen auf der Liste des Bundesrates [12]. Ob ein Werkzeug mit Patientendaten eingesetzt wird, entscheidet dennoch jede Praxis und jedes Spital selbst, auch mit Blick auf das Berufsgeheimnis nach Artikel 321 des Strafgesetzbuches. Eine klinische Frage ohne Patientenbezug zu stellen, überträgt keine Gesundheitsdaten.
- Ist DR. INFO in der Schweiz als Medizinprodukt zugelassen?
- DR. INFO ist nach EU-MDR 2017/745 CE-zertifiziert [13]. Die Schweiz regelt Medizinprodukte in der Medizinprodukteverordnung, die sich an der EU-MDR orientiert und von Swissmedic überwacht wird [9]; seit 2021 gelten für das Inverkehrbringen in der Schweiz zusätzliche Pflichten wie ein Schweizer Bevollmächtigter. Für den Einsatz in einem Schweizer Spital klärt die Einkaufs- oder Qualitätsstelle den Status direkt mit der Herstellerin, der Synduct GmbH in München.
- Ist DR. INFO für Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz kostenlos?
- Es gibt eine kostenlose Stufe für Ärztinnen, Ärzte und Medizinstudierende, mit Bezahlplänen für intensivere Nutzung. DR. INFO läuft im Browser unter app.drinfo.ai und als iPhone-App, aus der Schweiz ohne Einschränkung.
- Funktioniert DR. INFO auch in der Romandie und im Tessin?
- Ja. DR. INFO antwortet in der Sprache der Frage, also auch auf Französisch und Italienisch, und die Quellen sind dieselben. Eine Kollegin in Lausanne und ein Kollege in Lugano arbeiten damit so wie eine Ärztin in Zürich.
- Was gilt für Ärztinnen und Ärzte in Liechtenstein?
- Liechtenstein ist EWR-Mitglied und damit vom Ausschluss in den Nutzungsbedingungen von OpenEvidence erfasst; der Zugang ist dort beendet wie in der EU. DR. INFO ist aus Liechtenstein wie aus der Schweiz nutzbar.
OpenEvidence hat die Schweiz nicht ausgesperrt, aber auch nie für sie gebaut: englische Antworten aus US-Quellen, Daten in den USA und eine Registrierung, die eine US-Berufsnummer erwartet. Für Ärztinnen und Ärzte in Praxis und Spital, die eine belegte Antwort auf eine klinische Frage auf Deutsch, Französisch oder Italienisch wollen, ist DR. INFO das Werkzeug, das man zuerst ausprobiert: in Europa gebaut, in der EU gehostet, kostenlos zum Einstieg, und im schwersten öffentlichen Benchmark klinischer Antworten vor OpenEvidence.
Referenzen
- 1.Breaking: OpenEvidence app access terminated in the UK and EU. Telehealth and Telecare Aware. 28 April 2026.
- 2.The US-based medical search engine OpenEvidence is down in Europe: a commentary on regulatory complexities. Intelligence-Based Medicine. 2026.
- 3.OpenEvidence Outside the US: 2026 Availability and Alternatives. Clinical AI Report. Accessed 16 October 2026.
- 4.FMH. FMH-Ärztestatistik 2024: 42 602 berufstätige Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz. Schweizerische Ärztezeitung, März 2025.
- 5.HCI Solutions. compendium.ch: Arzneimittelinformation für die Schweiz.
- 6.Ravichandran S, Kumar S, Corga Da Silva R, Romano M, et al. OpenAI’s HealthBench in Action: Evaluating an LLM-Based Medical Assistant on Realistic Clinical Queries. arXiv:2509.02594. 2026.
- 7.Arora RK, Wei J, Soskin Hicks R, et al. HealthBench: Evaluating Large Language Models Toward Improved Human Health. OpenAI. 2025.
- 8.OpenEvidence exits Europe, highlighting divide in health AI rules. Telehealth.org. 2026.
- 9.Swissmedic. Schweizerisches Heilmittelinstitut: Medizinprodukte.
- 10.AWMF. Leitlinienregister: aktuelle Leitlinien der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften.
- 11.Corga Da Silva R, Romano M, Mendes T, et al. DR. INFO at the Point of Care: A Prospective Pilot Study of Physician-Perceived Value of an Agentic Artificial Intelligence Clinical Assistant. Cureus. 2026.
- 12.Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB). Datenschutzgesetz (DSG) und Bekanntgabe von Personendaten ins Ausland.
- 13.Regulation (EU) 2017/745 of the European Parliament and of the Council on medical devices (EU MDR). Official Journal of the European Union. 2017.